Pastoralverbund

Einmal anders leben - Eine Woche in Taizé, Frankreich

Der Bericht eines Teilnehmers...

Rund 25 Firmlinge mit aus dem Dekanat Emschertal haben sich in der ersten Woche der Sommerferien vom 20. Bis 27. Juli mit ihren Begleitern auf den Weg nach Taizé in Frankreich gemacht.

Firmbewerber Julian Stemmermann berichtet:

Als wir in Taizé angekommen sind, war ich überwältigt von dem Anblick der gewaltigen Menschenmassen, die sich auf dem Gelände tummelten. Nachdem wir unser Gepäck unter ein großes Zelt gebracht haben, sind wir direkt zum Morgengebet in die große Kirche gegangen. Die Gebete (so heißen in Taizé die Gottesdienste) bestehen dort aus vielen Gesängen, es gibt Lesungen und Fürbitten. In der Mitte des Gebetes ist eine Stillephase, die quasi die Predigt ersetzt. Dabei wird es in der ganzen Kirche leise und jeder ist sozusagen für sich, trotzdem man zusammen mit 1200 anderen Leuten dort sitzt - dieses Gefühl ist unbeschreiblich!

Der normale Tagesablauf in Taizé ist zunächst das eben beschriebene Morgengebet, das um Viertel nach acht beginnt. Im Anschluss geht es zur Essensausgabe, wo man sein Frühstück, bestehend aus Brötchen, Butter und Stück Schokolade, abholen kann. Um zehn Uhr fängt die Bibeleinführung an, mit anschließendem Treffen in Kleingruppen von ca. 10 Personen. Die Bibeleinführung wird von einem Bruder durchgeführt, wobei er die Jugendlichen mit der Bibelstelle vertraut macht. In den Kleingruppen werden dann Fragen zu der Stelle beantwortet und diskutiert, man erzählt viel von sich - und man spielt natürlich auch Spiele, um den Spaß nicht zu verlieren! Direkt danach, um zwanzig Minuten nach zwölf, fängt das Mittagsgebet an, das im Aufbau her gleich ist wie das Morgengebet, nur ohne Eucharistiefeier. Im Anschluss gibt es warmes Mittagessen, jeden Tag verschieden. Nach dem Essen war für mich immer so etwas wie Mittagspause, wo ich mich mit anderen Jugendlichen aus unserer Gruppe und anderen aus ganz Europa unterhalten habe oder Spiele gespielt habe. Um zwei Uhr besteht die Möglichkeit, die Gesänge von Taizé in der Kirche zu üben.

Der Nachmittag ging für mich dann mit Arbeit weiter, andere haben ein Zweites Treffen in den Kleingruppen gehabt. Zu arbeiten gibt es verschiedene Sachen, ich habe von halb drei bis halb sechs am Empfang gearbeitet, wo ich die Neuankömmlinge aus aller Welt begrüßt habe. Um Viertel vor sechs gab es Thementreffen zu den unterschiedlichsten Themen, wo man zusammen mit einem Bruder Themen diskutiert hat. Abends war dann noch das Abendessen um sieben Uhr und anschließend, um halb neun, das Abendgebet (so wie das Mittagsgebet). Danach hat man sich meistens im Oyak (ein kleiner Kiosk) getroffen zum Unterhalten, Singen und Spiele Spielen. Ganz besonders waren die Abendgebete am Freitag und Samstag, denn an jedem Wochenende wird das Osterwochenende mit Karfreitag und der Osternacht gefeiert. Insgesamt kann man Taizé kaum beschreiben, denn für jeden ist es etwas ganz Besonderes. Allerdings habe ich mal ein paar Leute gefragt, wie sie Taizé beschreiben würden, und eine Spanierin hat mir prompt mit einem Schlagwort geantwortet: "Sharing!" - zu Deutsch also "Teilen!". Na gut und was teilt man? Man teilt quasi alles, also zum Beispiel das Essen, den Platz zum Schlafen (beispielsweise in Baracken oder Großraumzelten), die Toiletten, die Duschen, den Gottesdienst, seine Gedanken, Gespräche, Spiele...Trotzdem man fast alles auf Englisch gemacht hat, ist es ein riesen Spaß und aus lustigen Formulierungsfehlern werden schnell nette Unterhaltungen und gar Freundschaften!

Für jeden mag es eine einzigartige Erfahrung sein, meine war es, dass man sich einfach in den Tag leiten lassen sollte, und zwar von Gott. Einfach mal die Uhr und das Handy zu Hause lassen und den Tag und die Leute auf einen zukommen lassen und auf andere Leute zugehen!

Also: May God lead you into life!