Hl. Kreuz

Unwetter in Peru!

Brief von Pater Orlando

An alle Freunde unserer Peru Partnerschaft,

der frühere Pfarrer unserer Partnergemeinde Espiritu Santo und andere Freunde in Peru haben uns von der Katastrophe in Peru berichtet.

In den Medien sehen wir schreckliche Bilder aus der Küstenregion Perus.

Auch in Cajamarca sind die Menschen betroffen, aber nicht so katastrophal.

In diesen schweren Zeiten fühlen wir uns mit unseren Freunden und Partnern in Peru besonders herzlich verbunden.

Wir beten für sie und wünschen ihnen viel Kraft, dass sie die Katastrophe gut überstehen.

Rolando Estela hat uns am 19. März einen Brief aus Cascas geschickt.

Ich habe ihn 2015 dort besucht und erlebt, wie schon ein heftiger, kurzer Regenschaue großen Schaden anrichtet.

(Quelle: https://www.misereor.de/© picturealliance)

Hier der Brief von Rolando:

Liebe Schwestern und Brüder,

ich schicke euch einen herzlichen Gruß in Zeiten, in denen wir nahezu im ganzen Land eine äußerst schwierige Situation durchleben.

Dieses Mal ist es die Natur, die in den Städten und auf dem Land große Verwüstungen anrichtet. Im Dezember und Januar herrschte hier eine große Trockenheit, die ungewöhnlich viele, große und fast nicht zu kontrollierende Brände mit sich brachte.

Im März sind es jetzt heftige Regenfälle, die alles zerstören. Der Regen betrifft insbesondere die Küstenregionen. Die Temperatur hat Werte erreicht, die wir in Peru fast nie messen: In Lima herrschen 40° Celsius.

Die im Norden gelegenen Küstenstädte Piura und Chiclayo stehen schon den ganzen März hindurch unter Wasser. In den Randgebieten von Lima wird durch die tobenden Flüsse und Bäche (vorher Trockentäler!) fast alles weggespült

Die sturzbachartigen Regenfälle fallen fast ununterbrochen. Schlammlawinen wälzen sich durch die Ortschaften in der Umgebung der Hauptstadt und hinterlassen Morast und Verwüstung. Das Wasser hat Brücken, Straßen, Häuser, Kanalisation, Elektrizität und vieles mehr zerstört.

Tumbes, Trujillo, Chimbote, Huarmey, Ica, Cañete und Arequipa sind überschwemmt. Andere Städte sind wegen der Zerstörung der Brücken und Straßen von der Außenwelt abgeschnitten. Das ganze Land befindet sich im Ausnahmezustand: man könnte meinen, die Natur habe Peru den Krieg erklärt und zerstöre jetzt systematisch das Land.

Die Städte in den Hochanden und in der Hochebene sind etwas weniger betroffen, allerdings leiden auch ihre Bewohner unter der Zerstörung der Infrastruktur.

Ich persönlich bin seit dem 11. März wieder in Cascas. Glücklicherweise bin ich im Lieferwagen der Pfarrei hier noch angekommen, denn dieser 11. März war der letzte Tag, an dem die Straße zwischen Trujillo und Cascas noch passierbar war. An den beiden darauf folgenden Tagen fiel so viel Regen, dass wir seither von Cajamarca, Trujillo und anderen Ortschaften in der Provinz abgeschnitten sind.

Das Trinkwassersystem ist durch die Schlammlawinen zerstört worden. Wir in Cascas leben vom Regenwasser, das wir in Eimern und anderen Behältern auffangen. Wegen der zerstörten Straßen mangelt es an Lebensmitteln und an gesundheitlicher Versorgung. Es gibt auch keine Möglichkeit, bei regionalen oder staatlichen Behörden Hilfe zu bekommen. Da wir außerdem im Vergleich zu anderen Ortschaften weniger von den Auswirkungen der Über-schwemmungen betroffen sind, werden wir auf die Hilfe warten müssen, bis der Zorn der Natur sich gelegt hat.

Im März sollte die Schule wieder beginnen, aber in Anbetracht der Katastrophe ist das Land wie gelähmt.

Gleiches gilt für die Arbeiten hier in der Pfarrei: Die eine Hälfte der Bevölkerung ist in Trujillo steckengeblieben, die andere Hälfte ist verzweifelt, weil ihre Angehörigen und Freunde in anderen Teilen Perus Not leiden.

Wie ihr seht, ist mein Ton sehr düster, aber meine Schilderungen entsprechen der Situation, in der wir hier leben. Wir hoffen, dass diese Naturkatastrophe nicht mehr lange andauern wird. Hoffentlich ist sie bald vorbei, und wir können wieder unser normales Leben führen. Das ist es, was wir uns alle von ganzem Herzen wünschen. Ich hoffe, euch bald wieder zu schreiben und euch von einer anderen Situation erzählen zu können.

Liebe Grüße an alle.

Chau, hasta pronto ROLANDO