Kirchenchor

Konzert in St. Lambertus, Castrop am Freitag, 18.05.2012

Psalm 150 (C. Franck) , Vater unser (L. Janacek), Messe D-Dur (Dvorak) - Vorverkauf von Eintrittskarten an denen im Bericht genannten Stellen!

FV

Chorkonzert

Freitag, 18. Mai 2012    19.30 Uhr  St. Lambertus-Kirche,Castrop                                                                  

 Programmfolge

 Psalm 150

für Chor und Orchester

C. Franck

Darbietungen des Chores St. Louis

 

Vater unser

für TenorsSoli, Chor und Orchester

L. Janáček

Messe D-Dur

für Soli, Cor und Orchester

A. Dvořák

Ausführende:

Gudrun Tollwerth-Chudaska, Sopran

Antje Gnida, Alt

Thomas Iwe, Tenor

Gerrit Miehlke, Bass

Kirchenchor St. Louis, Vincennes

Leitung: Alice Korovitch

Kirchenchor St. Elisabeth, Obercastrop

Mitglieder der Bochumer Symphoniker

Leitung: Klemens Koerner

Eintritt: 12,00 €       10,00 €(KG)       6,00 € Schüler und Studenten

Die Solisten:

Gudrun Tollwerth-Chudaska

In Erwitte geboren, Gesangsstudium an der Musikakademie Detmold bei Prof. Langshaw, Prof. Vogel und Prof. Ruß mit Abschluß der künstlerischen Reifeprüfung. Solo-Gastspiele am Landestheater Detmold. Freischaffende Konzertsängerin im Oratorium- und Opernfach mit zahlreichen Konzerten im In- und Ausland. Daneben bestreitet sie seit 1992 mit dem "Duo Cantando" zahlreiche geistliche Konzerte in ganz Deutschland. Meisterkurse und enge Zusammenarbeit mit Judith Beckmann, Ingrid Figur, Klesie Kelly und Helmuth Rilling. Gern gehörte Solistin bei den Stuttgarter Festspielen und Bachwochen. Fernsehauftritt mit Andrea Bocelli. Erste Solo CD „Sotto voce“ in 1998. Seit 1999 Verpflichtung als Solistin bei der Gächinger Kantorei.

Antje Gnida

In Hannover geboren und in Kassel aufgewachsen, studierte Antje Gnida an der Detmolder Musikhochschule bei Hildegard Kronstein-Uhrmacher und an der Essener Folkwang-Hochschule bei Claudia Rüggeberg. An der Folkwang-Hochschule legte sie die Künstlerische Reifeprüfung im Studiengang "Musiktheater" und das Konzertexamen im Fach "Gesang" mit Auszeichnung ab; letzteres mit einer beeindruckenden Interpretation von Schuberts "Winterreise".
Weitere für ihre künstlerische Entwicklung wichtige Anregungen erhielt Antje Gnida vor allem durch die Arbeit mit zahlreichen Dirigenten - unter ihnen Klaus Martin Ziegler, Ralf Otto, Hartmut Haenchen und Helmuth Rilling -, durch die szenische Arbeit mit den Regisseuren Reto Nickler, Adolf Dresen und Günther Roth und durch Meisterkurse bei Christoph Prégardien, David Cordier und Ulrike Volkhardt (historisch-orientierte Aufführungspraxis). Auf der Opernbühne war die Stipendiatin des Bochumer Wagner-Verbandes u. a. als Arnalta in Montverdis "Die Krönung der Poppea" an den Städtischen Bühnen in Krefeld und Mönchengladbach zu sehen und zu hören. Derzeit liegt der Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit im oratorischen Konzertbereich.

Thomas Iwe wurde 1967 in Neheim-Hüsten geboren. Schon sehr früh fand er zur Musik und wurde Mitglied in verschiedenen Chören seiner Heimatstadt, wo er recht bald auch kleinere Soloparts übernommen hat.

1991 begann er eine private Gesangsausbildung bei Anita Richartz-Freitag, Brilon. Thomas Iwe hat sich in den letzten Jahren zu einem gefragten Lied-, Opern- und vor allem Oratoriensänger entwickelt. Seine musikalische Tätigkeit, deren Schwerpunkt hauptsächlich im Bereich der barocken Musik und der Klassik liegt, führte ihn mittlerweile in zahlreiche deutsche Städte sowie ins benachbarte Ausland nach Frankreich und in die Niederlande.

Thomas Iwe ist u. a. 2. Preisträger bei dem bundesweiten „Stimmtreff“ in Hamburg. Neben den umfangreichen Konzerttätigkeit und einigen Fernsehauftritten wirkte er auch bei zahlreichen CD-Aufnahmen mit. Kleinere Opernproduktionen runden seine künstlerische Arbeit ab.

Gerrit Miehlke wurde 1958 in Dortmund geboren. Im Hauptberuf ist er Lehrer für Mathematik und Musik am Gymnasium. Sein zweites Wirkungsfeld ist die recht umfangreiche Konzerttätigkeit als gefragter Bassist. In Dortmund bei Barara Wendt, später bei Gertrud Dietrich-Maaß und schließlich in Köln bei Prof. Dietger Jacob erhielt er seine Gesangsausbildung. Konzertreisen führten ihn u.a. nach Frankreich, Polen und Italien. In seinem Repertoire sind alle bekannten Oratorien-, Kantaten- und Mess-Kompositionen vertreten.

 

Klemens Koerner, in Strehlen/Schlesien geboren, hatte bis zu seinem Abitur Klavierunterricht. Studium für das Lehramt mit dem Wahlfach Musik. Neben seiner Tätigkeit im Schuldienst von 1972 bis zur Pensionierung Lehrbeauftragter im Fach Klavier an der Universität Dortmund. Dem renommierten Kammerchor derselben Universität stand er bis Anfang 2005 als Korrepetitor zur Verfügung. Darüber hinaus leitet er zwei Chöre, auch begleitet er andere Chöre bei Konzerten und ergänzt ihre Programme durch solistische Beiträge an Orgel und Klavier.

Psalm 150 von Cesar Franck

Der Psalm 150 ist ein Spätwerk Franck´s, komponiert 1848 zur Einweihung der neuen Orgel im Pariser Blinden-Internat. Das Hauptgewicht dieser Komposition liegt beim Orchester und ist kennzeichnend für den reifen Stil des Symphonikers Franck. Nach leisem Beginn im Orchester mit Quintmotiven erfährt das Werk durch den Chor mit seinen immer stärker und dichter werdenden Halleluja-Rufen eine große Steigerung. Dem cantablen Mittelteil – anfangs von den Männerstimmen vorgetragen – folgt wiederum das Hauptthema und endet mit einem schwungvollen Halleluja.

Vater unser von Leoš Janáček

Leoš Lanáček, Sohn des Lehrers und Organisten Jiři Janáček verlebte mit seinen 8 Geschwistern eine arme Kindheit. Sein Vater starb als er 12 Jahre alt war. Auf Grund seiner musikalischen Begabung kam er in die Klosterschule Altbrunn und wurde dort u.a. vom Komponisten Pavel Křikovsky unterrichtet. Mit Selbstdisziplin und Fleiß überwand er manche Schwierigkeit in den kommenden Jahren und brachte es schließlich zum Chefdirigenten der Brunner Philharmoniker.

Als in Brunn ein Frauenhaus für sozial arme und schwache Kinder errichtet wurde, gehörte er zu den großen Förderern. Er erinnerte sich seiner eigenen Kindheit. Diesem Frauenhaus widmete er sein „Vater unser“. Angeregt zu dieser Komposition hatte ihn ein Bilderzyklus „Ojcze nasz“ des polnischen Malers Jósef Mecina-Krzesz. Nicht der religiöse Aspekt war für ihn vorrangig sondern die soziale Sichtweise, die auch aus diesen Bildern sprach:

Bild 1 – Vater unser der du bist im Himmel – Arbeiter knieend im Wald vor einem Kreuz –

Bild 2 – Dein Wille geschehe – Eine Familie betet bei einem verstorbenen Kind –

Bild 3 – Unser täglich Brot gib uns heute – Reiche Ernte, Gewitter, Sorge –

Bild 4 – Und vergib uns unsere Schuld – Kerker, Häftling –

Bild 5 – Und führe uns nicht in Versuchung – Einbrecher, Christus behütet die Schlafenden.

In Janáceks anspruchvollem Werk ist der Einfluß des mährischen Volksliedes heraus zu hören. Sein „Vater unser“ bietet ihm den Rahmen für die Äußerung seiner tiefen sozialen Gesinnung. Darin spiegelt sich ein Abschnitt seines Lebens wieder.

Die erste Fassung des „Vater unser“ war für Tenorsolo und gemischtem Chor mit Begleitung vom Klavier oder Harmonium, später für Harfe und Orgel.

Heute hören Sie eine Fassung mit Harfe und Orchester arrangiert von Klemens Koerner.

Messe D-Dur von Antonin Dvořák

Dvořák Todestag (01.05.1904) jährte sich zum hundertsten Mal. Neben seinen Sinfonien und slawischen Tänzen haben ihn besonders die geistlichen Chorwerke berühmt gemacht. Mit seinem >Stabat mater< von 1876, das er unter dem Eindruck des Todes seines Töchterchens Josefa schrieb, erlange er internationale Anerkennung. Erwähnt werden müssen weiterhin sein >Requiem<, das >Te Deum<, die >Biblischen Lieder< und in bescheidenerem Maße seine Messe. Es war dem frommen Katholiken Dvořák ein Herzensanliegen für den sakralen Raum zu komponieren. Die Messe D-Dur op. 86 ist eine sogenannte Gelegenheitskomposition. Der vermögende Architekt Josef Hlávka beauftrage Dvořák eine Messe zu schreiben. Sie sollte zur Einweihung der Schlosskapelle seines Landgutes bei Pilsen uraufgeführt werden. Entsprechend der Möglichkeiten in einer kleinen Kirche ist die Besetzung: Zum Chor und den 4 Solisten (oder kleiner Chor) tritt nur die Orgel als Begleitinstrument. Im März 1887 begann er und vollendete sein Werk am 17. Juni desselben Jahres. Als Dvořák die fertige Komposition dem Auftraggeber schickte, schrieb er in einem Brief, dass diese Messe eine Zeugnis sei für „Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott, dem Allmächtigen und Dank für die große Gabe, die mir gestattete, dieses Werk zum Preis des Allerhöchsten und zur Ehre unserer Kunst glücklich zu beenden. Wundern Sie sich nicht, dass ich so fromm bin, aber ein Künstler, der es nicht ist, bringt derlei nicht zustande.“ Die Orgelfassung erklang dann zum ersten Mal am 11. September 1887 in der Schlosskapelle zu Luzany. Auf Drängen des Verlegers Novello in London schuf Dvořák 5 Jahre später eine Orchesterfassung. Die Chorstimmen übernahm er unverändert, er setzte lediglich vor das Kyrie ein zweitaktiges Vorspiel. Dieser erste Ordinariumsteil erhält seine Wirkung durch liedhafte, sanfte Themen und große dynamische Steigerungen. Warum er sich nicht an die übliche Dreiteilung >Kyrie — Christe - Kyrie< hält, sondern den Satz mit >Christe eleison< beschließt, bleibt sein Geheimnis.

Mit einem sich mehr und mehr steigerndem Jubelgesang beginnt das Gloria. Es hat seine leisen, kantablen Teile in >Et in terra pax< und >Gratias agimus tibi<. Kurz in die parallele Molltonart wechselt er bei >Qui tollis peccata mundi<, um im abschließenden >Ouoniam tu solus sanctus< wieder in strahlendem D-Dur die Herrlichkeit Gottes zu preisen.

Das Credo ist auffallend lang, 448 Takte gegenüber 192 Takten für das ebenfalls textreiche Gloria. Das Anfangsthema des >Credo< erinnert an die mittelalterlichen gregorianischen Messgesänge. Auch greift er die in der katholischen Kirche übliche Responsorientechnik auf: Eine Stimme trägt einen Vers

vor und alle antworten. In direkter Aufeinanderfolge von Piano und Forte erzielt Dvorak dabei wirkungsvolle Kontraste. Ausdrucksmittel des Schmerzes waren seit der Barockzeit die verminderten Akkorde. Im >Cruzifixus< verwendet er dieses Stilmittel. Sehr textnah komponiert ist dieser Teil, von anfangs gewaltigen Klängen endet er bei >sepultus est< in einem pianissimo (ppp). Nachdem er bei >Et in spiritum sanctum< das zuerst gehörte Thema erneut aufgreift, beschließt er sein Credo mit einem feierlichen >Amen<.

Die Ordinariumsteile >Sanctus< und >Benedictus< sind in vielen Messkompositionen eng verknüpft, enden sie doch jeweils mit der gleichen Textzeile >Hosanna in excelsis<. Daher gleicht das >Hosanna< des Sanctus motivisch dem des >Benedictus<, wenngleich die Stimmverteilung eine andere ist. Den Anfang des >Benedictus< singen die Solisten. Dvorak hatte hier, wie auch beim >Gratias agimus tibi< im Gloria ausschließlich Orgelbegleitung vorgesehen. Aus praktischen Gründen habe ich diese Stellen den Streichern übertragen. Im letzten Teil der Messe, im >Agnus dei< beginnt die Altistin mit einem achttaktigen Fugenthema, das von den übrigen Solisten nach und nach zur kunstvollen Vierstimmigkeit erweitert wird. Der Chor schließt mit der inständigen Bitte um Frieden im Pianissimo, ganz im Gegensatz zu den anderen Messteilen, die alle im glanzvollen Forte endeten.

Jarmil Burghauser schreibt im Vorwort der Partitur bei Evitio Supraphon: Die Messe haucht geradezu die böhmische Landschaft, den Zauber ihrer kleinen Barockkirchen mit volkstümlicher Ausschmückung, die einfache Weisheit der Menschen vom Land, die Sicherheit im Schoß der Tradition und des Glaubens des Volkes aus.