Pastoralverbund

Neue Nachrichten aus Peru

Die Lage in Cajamarca

Zunächst  ein Auszug aus dem Brief eines befreundeten Lehrers aus einem kleinen Dorf, sieben  Stunden von Cajamarca entfernt.

Liebe Freunde,

wir bitten Gott, dass es Euch in diesen Momenten mit den globalen Problemen gut geht.

Wir machen große Schwierigkeiten als Volk und in der Familie durch.

Wie ihr sicher wisst, ist Peru sehr schwer von Corona betroffen. Die offiziellen Zahlen geben nur einen Teil der Wirklichkeit wieder. Sehr viele Infizierte bleiben zu Hause und behandeln sich mit verfügbaren Medikamenten, denn die Krankenhäuser und Gesundheitsposten sind kollabiert und können ihre Patienten nicht mehr versorgen. Eine Unzahl Infizierter stirbt zu Hause.

Unsere Tochter Marlise ist Ärztin und arbeitet in Trujillo bei Corona Patienten. Sie informiert uns über die reale Situation im Land, diese ist äußerst kritisch.

Die Lage ist inzwischen unerträglich nach dem Motto: nur wer zahlt kann gerettet werden.

In Cajamarca gab es bis vor Kurzem nur wenig Infizierte und Tote. Doch während der letzten drei Wochen stieg die Zahl schwindelerregend. Grund dafür sind ökonomische, kulturelle und politische Faktoren.

Der MiCanto Bericht für Juli beschreibt die Situation in Cajamarca:

Ursprünglich hatten wir geplant, im Juni einige Programme in Anwesenheit der Kinder und Jugendlichen MICANTOs wieder aufzunehmen, doch aufgrund der hohen Infektions- und Fallzahlen haben wir uns gegen den Start entschieden.

Die Pandemie hat Peru stark geschädigt und Cajamarca ist eine der am stärksten betroffenen Städte, deren Situation sich jeden Tag verschlechtert.

Viele Menschen wurden entlassen und haben keine Arbeit mehr. Wenn eine Person an Covid-19 erkrankt, übernimmt die Regierung anfangs die Kosten, um die Erkrankungen einzudämmen. Sobald sich jedoch die Situation des Kranken verschlechtert, muss die Familie die Kosten tragen und beispielsweise für ein Beatmungsgerät selber zahlen.

Das Krankenhaus, das sich um die infizierten Menschen kümmert, ist kollabiert und so gibt es Viele, die nur noch auf dem Gang oder gar nicht untergebracht werden können.

Außerdem fehlt dem Personal die nötige Schutzkleidung und die Beatmungsgeräte sind aufgrund der hohen Kosten für den Großteil der Bevölkerung nicht zugänglich.

Obwohl Cajamarca Bergbaustadt ist, gibt es kaum Beatmungsgeräte.

Inzwischen kann der Friedhof keine Verstorbenen mehr aufnehmen.